Dorf und Familie Meseberg/Ruppin

 
 
Im 12. Jahrhundert gab es in der späteren Mark Brandenburg viele wendische Dörfer und Siedlungen, deren Einwohner durch viele Kriege germanischer Fürsten und wohl insbesondere im Jahre 1157 durch die Einnahme der Brandenburg durch Albrecht der Bär entweder zum Christentum bekehrt oder vertrieben wurden. Das Land lag oft öd und leer dar, nur durch eine kluge Kolonialpolitik fand man zurück zu einem geordneten bürgerlichen Leben. Verschiedene Ritter an der Seite der Fürsten wurden später für ihre Tapferkeit und treuen Dienste ausgezeichnet und mit Gütern belehnt, was den Doppeleffekt hatte, das Land durch diese kontrollieren zu können. So geschah es auch mit dem Wendendorf in der Nähe von Gransee, welches später den Namen Meseberg nach einem alten Rittergeschlecht erhielt.
 
Die Familie von Meseberg ging aus einem Familienverbund mehrere Grafenfamilien hervor, deren einzelne Mitglieder sich auch Edle von Meseberg nannten (slavischer Name für Handelsplatz). Die tragenden Säulen des Familienverbundes waren Dynastengeschlechter aus Morsleben und Horneburg gleichen Namens, die in enger Partnerschaft zu Heinrich III. standen und in seiner Spitze den Papst Clemens II. stellten, der Heinrich III. zum Römischen Kaiser krönte.
 
Für das Land Ruppin und der dort vergebenen Lehen ist das Grafengeschlecht von Lindow entscheidend beteiligt gewesen. Die Familie (aus dem Harz) stand in ganz enger Verbundenheit zum Markgrafen bzw. späteren Kurfürsten. Aber auch die Edlen von Meseberg (aus Harbke unweit vom Harz) sahen sich oft in der Gunst der Lindows. So wird die Ersterwähnung der Familie von Meseberg in dieser Region (für Henning v.M. als Zeuge im Jahr 1334) gern in Verbindung mit dem späteren Meseberg bei Gransee gesehen, obwohl der Hauptsitz der Familie schon das Meseberg bei Osterburg war. Jedenfalls sind für das Jahr 1491 in den Aufzeichnungen der Familie von Lindow die Familienmitglieder Claus, Christian und Paul (alle von Meseberg) für den Ort Barsikow (Ruppin) genannt. Im Jahre 1486 wurde bereits der Ritter Heinrich von Meseberg mit Besitz im heutigen Meseberg/Ruppin belehnt. Er ist der eigentliche Gründer des Dorfes Meseberg bei Gransee, und er wohnte auch dort. Mit dem Aussterben des Grafengeschlechts von Lindow im Jahre 1524 wurde alles anders. Zu dieser Zeit war Philipp von Meseberg kurfürstlich brandenburgischer Hofmarschall und stand in einer besonderen Gunst des Kurfürsten. Er richtete die Hochzeit des Fürsten aus und war sein Treuzeuge. Ebenfalls am Hofe wirkte ein Hofrat von der Groeben. Die nach dem Tode des Grafen von Lindow eingezogenen Lehen wurden neu vergeben. Philipp von Meseberg hatte bei der Vergabe großen Einfluß. So nutzte die Familie von der Groeben die Gunst der Stunde und erhielt für die zwischenzeitlich erstanden Güter in Meseberg/Ruppin (u.a. der mesebergsche Rittersitz) die Lehen. Dafür wurden am 5. April 1524 Claus und Christian von Meseberg erneut mit Gütern in Barsikow belehnt. Seitdem war Meseberg/Ruppin im Besitz der Familie von der Groeben. Neben den Söhnen von Heinrich von Meseberg (auf Meseberg bei Osterburg) und deren Nachkommenschaft im Adelsstand bestand auch der Zweig der Familie von Meseberg in Barsikow und Rohrlack/Ruppin noch weiter bis Mitte des 17. Jahrhunderts, in Meseberg bei Osterburg noch bis Ende des 18. Jahrhunderts. Der 30jährige Krieg verwüstete u.a. auch Meseberg/Ruppien und Meseberg bei Osterburg. Was übrig blieb, wurde später Opfer eines Feuers, das in Meseberg/Ruppin auch den Rittersitz vernichtete. Auf den Grundresten des Rittersitzes ließ im 18. Jahrhundert die Familie von Wartensleben das Schloß erbauen, in dem im Kellerbereich eine Gedenktafel auf den alten Rittersitz hinwies. Das Dorf Meseberg erlebte sicher durch die von den neuen Schloßherren praktizierte Hofhaltung nach schweren Verwüstungen wohl eine Wiedergeburt, blieb aber als landwirtschaftliches Gemeindewesen im bescheidenen Rahmen.
 
Zum weiteren Wirken der Mitglieder der Familie von Meseberg ist Hans von Meseberg zu nennen, der 1564 Lehen in Wildberg/Ruppin erhielt und im Jahre 1572 als Vertreter der Region im Berliner Landtag saß. Samuel Christoph von Meseberg erhielt als Oberst und Kommandant des 3. Bataillon Garde vom König Mitte des 18. Jahrhunderts den höchsten Orden, den Orden "Pour le Merite" (Osterburger Zweig). Gerhard Wilhelm von Meseberg kontrollierte um 1700 als Hochfürstlicher Braunschweigisch Lüneburgischer Oberforst- und Jägermeister den gesamten Raum Harz einschließlich Helmstedt und den Weserdistrikt bis Göttingen (Harzer Zweig). Die direkte Nachkommenschaft beider Zweige im männlichen Stamm leben noch heute in Neuwied (Rheinland) und Süstedt (bei Bremen).
 
Die vorstehenden Daten und Erwähnungen basieren auf Forschungsergebnisse div. Historiker und priv. Forscher. Alle Fundstellen liegen hier vor.
 
Für die Richtigkeit
 
 
Uwe Meseberg
 
 
Süstedt, 3. März 2008

Sanierung der Kirche in Meseberg/Ruppin
In der Kirche wurde Ende des 15. Jahrhundert der erste Besitzer des Rittergutes Meseberg in Meseberg/Ruppin, nämlich Heinrich von Meseberg, begraben.
Sanierung der Kirche in Meseberg/Ruppin
Sanierung durch EU-Mittel