01.11.2010 Syker Kurier

 
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21.03.2009 - Hannoversche Allgemeine Zeitung

 
 

 21.03.2009 Hannoversche Allgemeine Zeitung

 
 

20.09.2008 - Tag der offenen Tür in Schloß Meseberg

 
 
Folgende Mails hierzu erreichten mich:
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From: Waschescio, Petra
Sent: Tuesday, September 02, 2008 2:15 PM
Sehr geehrter Herr Meseberg,

... Ansonsten freue ich mich sehr auf den angekündigten Beitrag von Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Petra Waschescio
Redaktionsleiterin
Gransee-Zeitung
Rudolf-Breitscheid-Straße 67
16775 Gransee
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From: Freundeskreis Schlösser und Gärten
Sent: Thursday, September 04, 2008 9:40 AM

Sehr geehrter Herr Meseberg,
wir danken für Ihren Hinweis auf die Gransee-Zeitung. Natürlich wären wir sehr interessiert an einer ausführlichen Darstellung über Ihre Vorfahren, die wir dann vielleicht bei einer nächsten Auflage mit verwenden könnten.

Mit besten Wünschen und Grüßen
Sibylle Badstübner-Gröger
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Am 20. September 2008 fand in Schloß Meseberg der zweite Tag der offenen Tür statt. Aus diesem Anlaß haben wir den nachfolgenden Beitrag für die Gransee-Zeitung verfaßt, der u.a. die Hintergründe über die Abwanderung der Familie von Meseberg aus dem Dorf Meseberg bei Osterburg (Ruppiner Land) schildert. Wir glauben, damit dem Wunsch vieler Leser und Interessierter dieser Region nachzukommen, da bislang nur gesagt wurde, die Spur der Dorfgünder hätte sich in der Region verloren!
 
Familie von MESEBERG
- und Ihre Spur verlor sich in der Region
 
Als ich am 14. Sept. 2007 das Schloß Meseberg betrat, erhielt ich von einer freundlichen Empfangsdame einen Flyer der Bundesregierung in die Hand gedrückt, der im geschichtlichen Teil auch kurz auf die Gründung des Dorfes Meseberg einging. Es interessierte mich natürlich sehr, was über meine Vorfahren als Namensspender geschrieben stand, hatte ich auf Einladung des damaligen Projektleiters, Herrn Ministerialrat a.D. Thaysen, im Bundeskanzleramt ja ausführlich die Familie vorgestellt. Umso erstaunter wurde ich deshalb durch den Satz "...und ihre Spur verlor sich in der Region." Es war ja alles ganz anders, und dem Vermächtnis meiner Familie, mehr Licht in das Dunkel zu bringen, diente diese Aussage bestimmt nicht. Ich entschloß mich also, eine Internetseite mit den wichtigsten Eckdaten über die Familie von Meseberg zu schaffen (www.von-Meseberg.de), um einem breiten interessierten Publikum den weiten Weg der Familie durch die Jahrhunderte aufzuzeigen. Bei den nunmehr schon 40 Jahre andauernden Forschungsarbeiten kam heraus, daß die Familie im Jahre 2012 wohl ihr 1000-jähriges Familienjubiläum feiern könnte, eine wirklich ganz seltene Angelegenheit.

Interessant ist die Tatsache, daß sich gleich zwei Orte um ihre Ersterwähnung für das Jahr 1334 bemühen, nämlich Meseberg bei Osterburg und Meseberg bei Gransee. Sicherlich sind beide Dörfer noch viel älter und wurden vor den Sachsen von den Slaven bzw. Wenden bewohnt. Den Einzug der Mesebergs (uraltes Sachsengeschlecht mit slavischen Namen) haben diese sicherlich Albrecht dem Bären zu verdanken, an dessen Seite sie als entfernte Verwandte zum Königshaus von Schwaben und Burgund tapfer das Christentum verbreiteten, quasi mit dem Schwert! Und insbesondere Ihre Verbundenheit zum Harzer Grafengeschlecht derer von Lindow, das in der Region Ruppin großes Ansehen genoß und anfangs großen Einfluß auf die ersten Kurfürsten hatte, führte zum Erhalt der Lehen (Landbesitz), die für die beiden Orte zu ihrem vom Lehensträger entliehenen Namen und damit zur Gründung führten. So wurde Meseberg bei Osterburg bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts (um 1270) mit einem Rittersitz Meseberg ausgewiesen, als das Land nach den Kämpfen öd und leer niederlag. Urkundliche Erwähnungen bezogen sich ja oft auf die Vergabe dieser Lehen. So erhielt der Ritter Henning von Meseberg - wie ja bekannt - im Jahr 1334 weitere Ländereien, so u.a. auch in Meseberg bei Gransee. Er hatte seinen Rittersitz aber weiterhin in Meseberg bei Osterburg. Der Rittersitz in Meseberg bei Gransee entstand wohl erst durch ein weiteres Lehen des Kurfürsten Johann an den Ritter Heinrich von Meseberg im Jahre 1486, weil Heinrich von Meseberg auch hier wohnte.

Philipp von Meseberg hatte neben dem vorgenannten Heinrich wohl den großten Einfluß in der Region und ist die Schlüsselfigur der Familie in dieser Zeit schlechthin, wo die Macht nun weniger mit dem Schwert, sondern eher mit politischem Schach ausgeübt wurde. Philipp stand in der Gunst von Kurfürsten Joachim I. und wurde sein Hofmarschal. Er richtete am 29. August 1524 die Hochzeit zwischen dem Kurprinzen Joachim und der Herzogin Magdalena von Sachsen aus, eine sehr ehrenvolle Auszeichnung. Aus dieser bedeutenden Position heraus war es ein leichtes Spiel, auch eigenständige Entscheidungen zu treffen oder die Entscheidungen des Kurfürsten zu beeinflussen. Diese Stellung spielte er auch aus, als nach dem Tod des letzten Grafen von Lindow die Ruppiner Lehen (u.a. in Meseberg/Gransee) eingezogen und später neu verteilt wurden. So sorgte er selber dafür, daß am 05.10.1524 die Ritter Claus und Christian von Meseberg mit Gütern in Barsikow, Rohrlack und Wildberg (Land Ruppin) neu belehnt wurden. Der Grund dafür war leicht durchschaubar: der Boden um Barsikow war einfach von besserer Güte und brachte höhere Ernteerträge, während das Land bei Meseberg/Gransee mehr Sandboden aufwies und die Ernte bescheidener war. Die Gunst der Stunde nutzte auch die Familie von der Gröben, erweiterte ihren in Meseberg bereits vorhandenen Landbesitz und erhielt durch Philipp den Mesebergschen Rittersitz zugespielt, allerdings zunächst ohne die Mühlenrechte.

Welch eine Zeit, in der Philipp von Meseberg wirkte. Die wichtigste Person in der Mark war uneingeschränkt der Kurfürst. Joachim I. zeigte sich sehr kämpferisch auf der Seite der immer stärker werdenden Hohenzollern gegen den heimischen Adel. Rücksichtslos bekämpfte er das Raubrittertum und als Erzkatholik besonders die Reformationsbewegung. Die Mark Brandenburg erhielt durch ihn ein "sauberes" Gesicht, und sein Hofmarschal hatte die Dinge entsprechend zu richten, was Philipp von Meseberg durch Mut, Weitsicht und Pfiffigkeit auf wundersame Weise auch gelang. Philipp hatte dafür am aufwendig geführten Hof seine Freunde, die ihm dabei halfen. So u.a. den Hofastrologen, der für den Sommer 1525 eine Sintflut voraussagte und den Kurfürsten samt dem Gefolge seiner jungen Gattin Elisabeth (Tochter des Dänischen Königs) dazu bewegte, auf den Tempelhofischen Berg (Kreuzberg) zu fliehen. Während seiner Abwesenheit wurden u.a. die in Ruppin erledigten Mesebergschen Lehen wie vorstehend erwähnt rückwirkend neu an Philipp`s Nachkommenschaft vergeben. Als die Sintflut nach langer Zeit des Wartens immer noch nicht eintrat, kehrte Joachim zurück, wurde kurz vor Erreichen des Hofes aber fast vom Blitz erschlagen. Aus tiefen Dank heraus für seine Unversehrtheit stand er dann für alle in seiner Abwesenheit getroffenen Maßnahmen seines Vertreters. Philipp von Meseberg war sicherlich aus großer Zuneigung zur Kurfürstin Elisabeth nach deren Übertritt zum evangelischen Glauben auch daran beteiligt, als sie zwei Jahre später vor ihrem Ehemann nach Wittenberg floh. Der Kurfürst selber hatte ein Auge auf die junge Tochter des Bürgermeister von Neu-Cölln (Berlin) geworfen.

Das Spiel von Philipp von Meseberg war sicherlich nicht ungefährlich, galt es doch, mit der Gunst des Kurfürsten die Geschehnisse bedingt durch die Reformation insbesondere auch im Land Ruppin so zu lenken, ohne dabei in Ungnade zu fallen. Jedenfalls bekannte sich im Jahre 1558 der sich versöhnlich zeigende Sohn und Nachfolger von Joachim I., Kurfürst Joachim II., zur Augsburger Konfession. Die bis dahin aufwendige Hofhaltung hinterließ übrigens einen Schuldenberg von 2,5 Mill. Gulden.

Nach unruhigen Zeiten fiel im 17. Jahrhundert Schatten auf den Rittersitz und das Dorf Meseberg. Der 30jährige Krieg ließ das Land veröden, und die Pest danach ließ nur wenige überleben. Und es kam noch schlimmer: der Rittersitz wurde Opfer der Flammen. Das Anwesen brannte nieder, bis auf die Fundamente und Grundmauern war alles vernichtet. Auf diesen Fundamenten erbaut erstrahlt jetzt Schloß Meseberg in neuem Glanz; in den Kellerräumen wies in den 80er Jahren noch eine kleine Gedenktafel auf den ehemaligen Rittersitz hin, desgleichen die Scherben des ehemaligen Hausrats, die bei den Restaurierungsarbeiten noch vor wenigen Jahren zufällig gefunden wurden. Ein Märchen in der heutigen Zeit, und die Ausstrahlung der Anlage läßt es dem Besucher spüren, was einmal war.

Claus, Paul und Christian von Meseberg saßen als Gutsherren noch 1491 und darüber hinaus in Barsikow, Rohrlack und Wildberg (Land Ruppin) und dienten zudem auch als Kirchenpatrone bei der weiteren Umsetzung der Kirchenreformation im Landkreis Ruppin. Im Jahre 1572 saßen Matthias und ein weiterer Claus von Meseberg aus Rohrlack (Ruppien) als Vertreter der Region im jungen Landtag in Berlin.

- Nun, alle diese Geschehnisse zusammen betrachtet, zeigen doch sehr deutliche Spuren der Familie von Meseberg, die sich immer um die Belange in der Region einsetzte und im Ruppinischen Barsikow sogar noch bis in das Jahr 1693 weiter wirkte. Daneben saß die Familie weiterhin in Meseberg/Osterburg und in Altenrode/Harz. Mitglieder der Familie standen in unmittelbarer Nähe des Königs Friedrich von Preußen, und gleich zwei wurden mit dem höchsten militärischen Orden ausgezeichnet, den Preußen zu vergeben hatte: den Orden "Pour le Merite".

Ich hoffe, daß ich dem interessierten Leser mit meinem Ausführungen insoweit gedient habe, die Geschehnisse und Hintergründe um das Wirken meiner Vorfahren in der Region Ruppin verständlich aufzuzeigen. Auch wenn die Meseberger Episode in Meseberg/Gransee selber relativ kurz war, nämlich nur 190 Jahre, so blieb doch eins: der Name! Der Name einer Familie, der Name unserer Familie Meseberg.

Für die Richtigkeit:

Uwe Meseberg
Kirchfeld 18
27305 Süstedt

20. September 2008
 
Mesebergscher Gutshof in Barsikov
Mesebergscher Gutshof in Barsikov

 

 
 Die Dorfkirche in Meseberg bei Gransee wird derzeit für 800.000,-- Euro grundsaniert. Ein Großteil der Kosten kommt von der EU, weil jährlich ca. 4.000 Touristen das Dorf und Schloss besuchen. In der Kirche wurde Ende des 15. Jahrhunderts der Gründer des Rittersitzes Heinrich von Meseberg begraben.